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Elvira Hirschi-Büschlen: Vom TTC Waldenburg in die Schweizer Nationalmannschaft

20. Sep. 2026 | Sport

Als Mädchen hätte Elvira Hirschi-Büschlen am liebsten Fussball gespielt. Doch Mädchen auf dem Fussballplatz waren damals noch eine Seltenheit. Also landete die Oberdörferin schliesslich an einer Tischtennisplatte – und machte dort Karriere. Von Waldenburg führte ihr Weg bis in die Schweizer Nationalmannschaft und an internationale Wettkämpfe.

Eigentlich sollte es Fussball sein

Sport gehörte für Elvira Hirschi-Büschlen schon als Kind zum Leben. Besonders Fussball hatte es ihr angetan. Nur war das in einer Zeit, als Mädchen im Fussball noch kaum vorgesehen waren.

Ganz verzichten musste sie trotzdem nicht. Ein Juniorentrainer liess sie aus Goodwill mit den Buben trainieren – «auf Augenhöhe», wie sie Jahre später in einem Gespräch erzählte.

Der Weg zum Tischtennis kam erst danach. Ein damaliger Trainer des TTC Waldenburg erkannte ihr Talent. Was zunächst nach einer weiteren sportlichen Möglichkeit aussah, entwickelte sich rasch zu weit mehr.

Hirschi-Büschlen trat dem Club bei und spielte schon bald in der Damenmannschaft. Mit ihr schaffte sie den Aufstieg von der 2. Liga bis in die Nationalliga A. Gleichzeitig trat sie bei den Männern in der 1. Liga an.

Training unter der Woche, Meisterschaft am Wochenende, dazu Turniere – Tischtennis bestimmte während Jahren einen grossen Teil ihres Alltags.

Vier Jahre in der Nationalmannschaft

Der sportliche Aufstieg führte sie schliesslich in die Schweizer Damen-Nationalmannschaft. Von 1976 bis 1979 gehörte Elvira Hirschi-Büschlen zum Nationalteam.

Damit begann für die Spielerin aus dem Waldenburgertal eine Zeit, in der Tischtennis weit über die regionalen Turnhallen hinausführte.

1977 nahm sie an den Europameisterschaften im französischen Vichy teil. Zwei Jahre später spielte sie bei der Post-Europameisterschaft in London. 1981 folgte ein weiterer internationaler Einsatz in Budapest.

Für eine Sportlerin aus Oberdorf waren das bemerkenswerte Stationen – zumal Tischtennis in der Schweiz auch damals kaum zu den Sportarten gehörte, die grosse Schlagzeilen produzierten.

Hirschi-Büschlen selbst machte darum wenig Aufhebens. Als sie viele Jahre später auf diese Zeit zurückblickte, sprach sie vor allem von der Freude, die ihr der Sport bereitet hatte.

Irgendwann wurde der Aufwand zu gross

Spitzensport verlangt Zeit. Und irgendwann wurde diese Belastung für sie zu gross.

1983 hörte Hirschi-Büschlen mit dem Spitzentischtennis auf. Ganz los liess sie der Sport allerdings noch lange nicht.

Immer wieder fragten Vereine an, ob sie eine Damenmannschaft verstärken könne. So spielte sie später unter anderem in der 1. Liga für Muttenz und Winznau.

Erst 1993 zog sie endgültig einen Schlussstrich unter ihre aktive Laufbahn.

Zumindest glaubte sie das damals.

Denn Tischtennis sollte noch einmal in ihr Leben zurückkehren.

Zurück nach Waldenburg – diesmal als Trainerin

Der Wiedereinstieg kam eher zufällig.

Hirschi-Büschlen traf einen Tischtennisspieler, den sie aus ihrer Zeit beim TTC Lupsingen kannte. Er spielte damals in Waldenburg und fragte sie, ob sie nicht wieder einmal mitspielen wolle.

Die ehemalige Nationalspielerin hatte daran wenig Interesse. Die Spieler hingegen merkten rasch, dass sie noch immer wusste, wie man einen Ball über das Netz bringt. Bald kam eine andere Frage auf: Ob sie sich vorstellen könne, das Team zu trainieren.

Das konnte sie.

So begann sie als Trainerin einer Herrenmannschaft in der 4. Liga. Einige Jahre später spielte das Team bereits in der 3. Liga. Hirschi-Büschlen selbst wies allerdings darauf hin, dass beim Aufstieg auch Verstärkungen aus einer höheren Waldenburger Mannschaft und günstige Umstände eine Rolle gespielt hatten.

Ihre Handschrift war trotzdem zu erkennen. Sie brachte mehr Struktur ins Training und versuchte, ihre Spieler zu einem offensiveren Spiel zu bewegen. Dazu kamen Erfahrungen aus vielen Jahren Leistungssport, die sich nicht allein in Technik oder Taktik ausdrückten.

Wenn plötzlich auch die Masseurin gefragt war

Hirschi-Büschlen hatte zusätzlich eine Massageausbildung absolviert. Das erwies sich auch beim Tischtennis als nützlich.

An einen Fall erinnerte sie sich besonders gut. Während eines Meisterschaftsspiels klemmte sich ein Spieler etwas am Schulterblatt ein. Sie behandelte ihn kurzerhand – und er konnte weiterspielen.

Eine Behandlung vor jedem Meisterschaftsspiel gab es deswegen allerdings nicht. Darüber konnte sie lachen.

Wichtiger war ihr die Vorbeugung. Auch Hobbyspieler sollten lernen, auf ihren Körper zu achten und das Verletzungsrisiko zu vermindern. Aus ihrer eigenen Zeit im Nationalteam wusste sie, wie hartnäckig Beschwerden im muskulären Bereich sein können.

Eine Karriere abseits des grossen Scheinwerferlichts

Die Geschichte von Elvira Hirschi-Büschlen erinnert daran, dass bemerkenswerte Sportkarrieren nicht immer dort stattfinden, wo Kameras und grosse Stadien warten.

Eine Oberdörferin spielte sich vom TTC Waldenburg bis in die höchste nationale Liga, vertrat die Schweiz international und gab ihr Wissen später an andere weiter.

Tischtennis blieb dabei eine Randsportart. Gerade deshalb geraten Namen wie jener von Elvira Hirschi-Büschlen mit den Jahren leicht aus dem Blickfeld.

Dabei gehört auch diese Geschichte zur Sportgeschichte des Oberbaselbiets.

Als sie vor einigen Jahren nach ihrem langen Weg im Tischtennis gefragt wurde, formulierte sie am Ende einen bescheidenen Wunsch: Es würde sie freuen, wenn das Gespräch das Interesse an dieser Randsportart wecken könnte.

Vielleicht gelingt das auch heute noch.


Serie «Sportgrössen von einst»: In dieser Reihe erinnert «Oben im Baselbiet» an Sportlerinnen und Sportler aus der Region, die einst national oder international für Aufmerksamkeit sorgten und heute nur noch wenigen bekannt sind.